Autoritäre Kipppunkte – Gefahr antidemokratischer Tendenzen 12. September 2024
Am 01.10.24 um 18.30 Uhr bieten wir Ihnen in Kooperation mit dem Ev. Laboratorium, der Fachstelle für Demokratie Moers, dem Neuen Evangelischen Forum und dem Schlosstheater Moers den Vortrag des Friedens- und Konfliktforschers Daniel Mullis im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Demokratietüchtig werden“ in der sci-Volksschule, Hanns-Albeck Platz 2 an.
In Deutschland genau wie in vielen Ländern Europas und tendenziell global erleben wir eine Welle der Mobilisierung von Rechtsaußen und Angriffe auf die demokratischen Grundlagen unserer Gesellschaft. Antidemokratische Entwicklungen sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. „In der Klimaforschung ist ein Kipppunkt ein Moment, an dem – laut Weltklimarat – „eine kritische Grenze“ erreicht wird, „jenseits derer sich ein System umorganisiert“, neue Prozesse sich verfestigen und negative Dynamiken sich beschleunigen. Dies lässt sich auch auf gesellschaftliche Kipppunkte übertragen. Kipppunkte entstehen nicht zufällig, sie sind das Ergebnis länger zurückliegender destruktiver Prozesse. Doch im Gegensatz zum Klima sind gesellschaftliche Prozesse nie unumkehrbar. Allerdings sind etablierte Diskurse, Strukturen und Normen oft nicht rückgängig zu machen. Sind autoritäre Kipppunkte überschritten, wird der Boden brüchig, auf dem plurale und demokratische Gesellschaften stehen.“
„Was die Rechtsaußen attraktiv macht, ist das Angebot, sich trotz aller Krisen und der Notwendigkeit der ökologischen Transformation nicht ändern zu müssen.“ Daniel Mullis stellt in seinem neuen Buch „Der Aufstieg der Rechten in Krisenzeiten“ die Ergebnisse seiner Forschungsarbeiten vor, die auf Gesprächen mit Protagonisten der gesellschaftlichen Mitte in Frankfurt am Main und in Leipzig beruhen. Wie erleben die Gesprächspartner*innen die aktuellen gesellschaftlichen Krisen, welche Ressentiments werden sichtbar, wie schätzen sie ihre politische Handlungsmacht ein, welche Glückserwartungen und Normalitätsvorstellungen werden benannt? Warum sind rechte und rechtsextreme Bewegungen in Krisenzeiten so erfolgreich? Mit welchen Strategien überzeugen sie die Mehrheit davon, dass die Verteidigung der eigenen Privilegien wichtiger ist als Solidarität oder Verzicht?
Die Veranstaltung ist kostenlos. Eine Anmeldung über laboratorium@ekir.de ist erforderlich

